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Heimdall wurde auf dem Internationalen Comic Salon Erlangen 2014 bei der ICOM-Preisverleihung lobend erwähnt.

Frei nach der Edda erzählt Max Baitinger in seinem Comic-Debüt Heimdall von dem Wächtergott Heimdall, der einsam auf das Ende der Welt wartet und viel Zeit zum Nachdenken hat.

“DAS HORN WURDE FÜR RAGNARÖK GEMACHT.
ES WURDE NIEMALS BENUTZT.
ICH WEISS NICHT, OB ES FUNKTIONIERT.”

Heimdall ist nicht besonders tapfer, jedenfalls nicht so tapfer wie sein kraftstrotzender Bruder Thor, und auch nicht wie sein Vater, der allwissende Schöpfergott Odin. Aber Heimdall hat eine Gabe: Er sieht alles, selbst seine eigenen Augenbrauen. Darum ist es seine Aufgabe, wachsam zu sein. Tag und Nacht sitzt er auf dem Dach von Wallhall, von wo aus er besonders gut beobachten kann. Noch geht hier alles seinen geregelten Gang: Täglich üben sich die Einherjer im Kampf, jeden Abend sind ihre Wunden verheilt und sie können gemeinsam zechen – Wallhall ist ein wahres Kriegerparadies, in das nur die ehrenvoll Gefallenen übertreten dürfen. Doch schon bald werden die Einherjer gemeinsam mit den Göttern in die finale Schlacht ziehen. Dann nämlich, wenn der große Wolf die Sonne frisst und damit das Ende der Welt einleitet. Dann wird Heimdall sie alle rechtzeitig mit seinem großen Horn warnen müssen.

Den Blick auf die Sonne geheftet, wartet Heimdall also auf den gefräßigen Wolf und schweift dabei mit seinen Gedanken ab. Was, wenn er versagt? Manchmal möchte Heimdall wirklich nicht alles sehen.

In markanten Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die er immer wieder spielerisch variiert, greift Max Baitinger Motive und Form der altisländischen Götterlieder auf. Mit den Augen des grüblerischen Gottes Heimdall betrachtet, wird aus der Sage vom Untergang der Welt eine menschliche wie komische Erzählung über Ängste und Zweifel.

(Diese Leseprobe zeigt eine Auswahl der Seiten aus dem Buch.)