“Vergil, der Cicerone des imaginären Dante aus dem „Inferno“, wird von Meier als Schakal gezeichnet, und aus dieser klassischen Kombination von Mensch und treuem Begleiter zieht der Comic einigen Humor. Zugleich aber schreckt Meier nicht vor der Darstellung höchst unerfreulicher Martern zurück, die schon in Dantes Buch so drastisch ausfallen, dass Arno Schmidt sich mit Grausen abwandte. Man darf nicht viel Nachsicht erwarten – nicht von der Hölle und nicht von Michael Meier, der Dantes trichterförmige Folterindustrieanlage als das präsentiert, was sie ist: eine Strafkolonie, gegen die Kafkas Äquivalent als Erholungspark gelten darf. […]

Und so gewinnt diese stilistische wie inhaltliche Modernisierung des „Infernos“ dem Thema vieles ab, was unseren Blick schärft, auch für den alten Text. Und sie erweist Meier als einen der besten Erzähler im deutschen Comicgeschehen – selbst, wenn er nacherzählt, erzählt er weiter.”
Andreas Platthaus – www.faz.net